16.08.2010
Geht nicht…gibt’s nicht!
Grabenlose Technologien ermöglichen Fernwärmeversorgung in 6m Tiefe

Im Zuge der Fernwärmeoffensive versorgt die Fernwärme Wien in den nächsten Tagen den Neubau eines Institutsgebäudes der Universität Wien in der Währinger-Straße im 9. Wiener Gemeindebezirk. Dies macht selbstverständlich auch Baumaßnahmen notwendig. Die Entscheidung fiel hierbei eindeutig zugunsten der grabenlosen Technologie aus.
„Eine herkömmliche, offene Bauweise ist an diesem wichtigen, innerstädtischen Verkehrspunkt einfach nicht durchführbar! Deshalb haben wir uns entschlossen, dieses Bauvorhaben mit Hilfe eines modernen grabenlosen Verfahrens, einem sogenannten Pressbohrverfahren, umzusetzen. Dadurch sparen wir rund 50 Prozent der Kosten und verringern die Bauzeit um mehr als zwei Drittel“, betont Ing. Norbert Böhm, Leiter der Fernleitungen der Fernwärme Wien GmbH und Vorstandsvorsitzender der ÖGL.
 
Geringe Umweltbelastung lässt Anrainer aufatmen!
Der Einsatz eines umweltfreundlichen Pressbohrverfahrens, bei dem ein Stahlrohr vorgepresst und das Erdreich mittels einer Förderschnecke herausgefördert wird, bedeutet für alle Anrainer rund 60 Prozent weniger CO2-Belastung. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass der Verkehr an dieser neuralgischen Stelle ungehindert weiter fließt, dass Parkplätze trotz dieser Baumaßnahme erhalten bleiben, und öffentlicher Raum nicht durch sperrige Baustellen verstellt wird.
 
ÖGL – Kompetenzzentrum für grabenlose Technologien
Die bauausführende Firma WIBEBA ist ein aktives Mitglied der Österreichischen Vereinigung für grabenloses Bauen und Instandhalten von Leitungen (ÖGL), deren Geschäftsführerin Dr. Ute Boccioli bei der Besichtigung der Baustelle die Vorteile des grabenlosen Bauens prägnant zusammenfasst: „Diese Baustelle ist wieder ein Paradebeispiel dafür, wie durch Einsatz grabenloser Technologien sowohl wirtschaftliche Vorteile erzielt, als auch Mensch und Umwelt möglichst wenig belastet werden! Somit eine Win-Win Situation für alle Beteiligten.“
 
Die ÖGL versteht sich als Kompetenzzentrum für grabenlose Technologien in Österreich und fungiert als Plattform für den Informationsaustausch zwischen Planungs- und Auftraggeberseite und Anbietern dieser innovativen Bauweise. Wesentliches Ziel der ÖGL ist, die Technologie des grabenlosen Leitungsbaus und die
damit verbundenen Vorteile den ausschreibenden Stellen bzw. einer breiten Öffentlichkeit bekannter zu machen.